Allgemeines

 

Wer sich viel mit Modellbau beschäftigt, kommt zwangsläufig irgendwann am Thema "Modellbahn" an. Schon seit meiner frühen Kindheit besaß ich die obligatorische Märklin-Eisenbahn mit den Metallschienen. Diese erreichte später eine beachtliche Größe, war aber nie fest aufgebaut. Vor einigen Jahren versuchte ich mich an einer fest montierten Spur N Bahn. Damit hatte ich einige Jahre Spaß, dann musste sie aus Platzgründen wieder verschwinden. Eine Gartenbahn war schon immer ein Traum von mir, den ich mangels Garten aber nie verwirklichen konnte. Nun möchte ich es noch einmal versuchen.

Mit der Lehmann Gross Bahn, kurz LGB genannt, konnte ich mich in früheren Jahren nie anfreunden. Für mich sahen Züge und Wagen immer etwas seltsam, ja spielzeughaft aus. Damals wusste ich noch nicht, daß LGB Schmalspurbahnen zum Vorbild hat, die ja nunmal so aussehen. Im Jahr 2003 aber fuhr ich im Rahmen eines Betriebsausflugs mit einer der schönsten Schmalspurbahnen Deutschlands, dem Vulkan Express, durchs Brohltal. Dieses Erlebnis hat mich schwer beeindruckt. Sofort danach stürmte ich in den nächsten Modellbauladen, um mir einen LGB Katalog zu besorgen. Dessen üppiger Preis hat mich dann ebenfalls schwer beeindruckt. Und tatsächlich gab es von LGB sogar den Vulkan-Express als Modell. Mit einem Blick in die Preisliste stellte ich dann aber fest, daß diese Bahn für mich vorerst unerschwinglich bleiben würde. Immerhin wurde aber die Idee einer eigenen Gartenbahn geboren.

Meine selbstgebaute Rangierlok unterwegs auf der Strecke.

Ab dem "Schlüsselerlebnis Vulkan-Express" begann ich mich für Schmalspurbahnen zu interessieren und besuchte auch einige davon. Besonders angetan war ich von den deutschen Inselbahnen, die vor allem auf den Norseeinseln, den Halligen und im Küstenschutz vorkommen. Ich beschloss, daß wenn ich einmal Geld für eine Gartenbahn zur Verfügung hätte, ich eine Inselbahn nachbauen wollte, und zwar auf Pfählen aufgeständert wie bei der Fahrt durchs Watt oder die Salzwiesen (daher kam ich auf den Namen Salzwiesenbahn). Zur Weihnachtszeit 2006 dann sah ich im Schaufenster eines Spielwarenladens dann eine LGB-Startpackung für magere 99,- Euro. Also nicht viel mehr als eine Märklin-HO kostet. Das konnte ich fast gar nicht glauben. Auf Anfrage sagte man mir, daß es sich um den ToyTrain von LGB handelt. Was ist denn das? Der ToyTrain ist eine eigenständige Reihe innerhalb der LGB, mit der "klassischen" Version aber 100%ig kompatibel. Tatsächlich benutzen beide identische Schienen, Wagenchassis, elektrische Komponenten, Kupplungen und Antriebe. ToyTrain Produkte sind lediglich weniger detailliert und etwas einfacher gehalten. Ausserdem werden sie in China produziert, aber mit deutscher Qualitätskontrolle. Die ToyTrain Reihe soll Kinder zum Spielen mit der LGB animieren, denen der Sammler nicht seine 2000,- Euro Lokomotive in die Hand drücken möchte, obwohl diese das zweillos aushalten würden. Wie bei LGB üblich ist auch der ToyTrain uneingeschränkt für draussen verwendbar, weshalb auch dieser durchaus als Grundstock für eine Gartenbahn taugt (übrigens ist LGB der einzige Hersteller, der das bei seinen Produkten garantiert, weshalb für eine echte Gartenbahn eigentlich nur LGB in Frage kommt). So kam ich zu meinem LGB-Starterset.

Wie bereits angedeutet handelt es sich bei dem ToyTrain um eine etwas vereinfachte Version der klassischen LGB Bahn. Auf Sachen wie Dampfentwickler, Soundgenerator, Digitaldecoder und andere Finessen kann ich gerne verzichten, zumal sich diese Dinge mit etwas Geschick nachrüsten lassen, aber die fehlende Detaillierung gefiel mir schon weniger. Nun, man ist ja nicht umsonst Modellbauer! Mit ein wenig Improvisationstalent kann man die einfache Dampflok (in LGB-Kreisen übrigens OTTO genannt) nämlich wunderbar aufpeppen.

Nachdem die Insolvenz der Firma LGB und damit deren Zukunft ungeklärt bleibt, habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Dabei musste ich feststellen, daß LGB preismäßig schon eher in die Kategorie “günstig” einzustufen ist.  Glücklicherweise entdeckte ich irgendwann das “Buntbahn-Forum”, wo die Selbstbauer in Sachen Gartenbahn unterwegs sind. Die Anregungen dort haben mir dann zu meinem ersten Selbstbauprojekt verholfen, dem Schienentraktor Tm 2/2.

Ausser dem Thema Selbstbau bietet die Zukunft noch interessante Projekte wie Echtdampf oder Echtdiesel, digitale Steuerung, Landschaftsgestaltung, etc etc... Die Bahn wird also ausbaufähig bleiben. Was davon realisiert wird, steht in den Sternen...

Michael B. Keller, im April 2007

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