Brohltalbahn

Die Brohlthal Eisenbahn-Gesellschaft erhielt am 19. August 1896 die Konzession zum Bau einer Schmalspureisenbahn (1.000 mm) für den Personen- und Güterverkehr von Brohl am Rhein durch das Brohltal nach Oberzissen und weiter nach Kempenich. Am 12. November 1897 erhielt sie auch das Recht auf einen Anschluss an den Winterhafen in Brohl. Zu ihren Transportaufgaben gehörten die Abfuhr von Trass (Mörtelzuschlag), behauenen Tuffsteinen aus den Winzer Steinbrüchen, Phonolith als Zuschlagstoff zur Glaserzeugung vom Schellkopf in Brenk, Lava (Bimsstein) und Basaltschotter. Außerdem diente sie der Abfuhr der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ihres Einzugbereichs und der Zufuhr von Kohlen für die Industrie des Brohltals und Dünger für die Landwirtschaft.

Nach dem Grunderwerb begann im Frühjahr 1898 der Bau der Bahnstrecke. Sie führt im Brohltal über Burgbrohl und Weiler bis Oberzissen (km 11,96). Hier begann eine Zahnstangenstrecke (System Abt, 2 Lamellen für die Steigung von 1:20) mit einer Länge von ca 5,5 km über Brenk nach Engeln. Die restliche ca. 6 km lange Strecke über Weibern bis Kempenich wurde wieder als Adhäsionsbahn betrieben. Die Werkstatt und ein Lokomotivschuppen befinden sich in Brohl.

Die Strecke Brohl – Engeln konnte am 14. Januar 1901 eröffnet werden. Am 1. Mai folgte das kurze Streckenstück bis Weibern. Ein Jahr später, am 2. Januar 1902, wurde die restliche Strecke bis Kempenich in Betrieb genommen.

Für den Fahrbetrieb standen anfangs vier, später fünf Zahnradlokomotiven zur Verfügung, die auch auf der Reibungsstrecke eingesetzt werden konnten. Für die Talstrecke wurden reine Adhäsionsmaschinen angeschafft. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg bei einigen Privatbahnen und auch der Reichsbahn zeigte, dass für Steilstrecken wie im Brohltal auch schwere Adhäsionslokomotiven ausreichten, schaffte auch die Brohltalbahn solche Maschinen an und stellte 1934 den Zahnradbetrieb ein und baute die Zahnstange ab. Für den Personenverkehr wurden 1926 Triebwagen angeschafft, die auch die Steilstrecke problemlos befahren konnten.

Der Personenzugverkehr musste mangels Rentabilität und fehlender Fahrzeuge - nach Unfällen und Verschleiß der Triebwagen - am 30. September 1961 eingestellt werden. Da die Bahn seit 1927 ein umfangreiches Busnetz unterhielt, übernahmen die Busse diesen Verkehr. Auch der Güterverkehr wanderte wie überall immer mehr auf die Straße ab, sodass die Strecke von Engeln bis Kempenich am 1. Oktober 1974 stillgelegt und 1976 abgebaut wurde. Normalspur Güterwagen wurden anfangs mit Rollböcken und ab 1928 nur noch mit Rollwagen befördert. Dieser Verkehr wurde 1978 eingestellt, aber für den internen Transportbedarf wird weiterhin der Rollwagenverkehr mit zwei Rollwagen abgewickelt! Mit dem einzigen bei der Bahn verbliebenen Personenwagen VB 50, einem ehemaligen Triebwagen, und einer Diesellokomotive startete die Brohltalbahn am 25. März 1977 den „Vulkan-Express“ für romantische Fahrten durch das Tal und auf die Eifelhöhen bis nach Engeln.

In den letzten Jahren blieb der Bahn nur noch die Abfuhr von Phonolith ab Brenk zum Hafen (mittlerweile ebenfalls eingestellt) und der Museumsbahnverkehr mit Triebwagen, Dampf- und Diesellokomotiven. Unterstützt wurde die Gesellschaft dabei durch die 1987 von 66 Eisenbahninteressenten gegründete Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn (IBS). Diese restaurierte den Wagen Nr. 50, erwarb 1990 zwei polnische schmalspurige Schlepptender-Lokomotiven und einige gebrauchte Personenwagen für den Museumsbetrieb.

Die landschaftlich reizvolle Bahnstrecke besitzt in ihrem Verlauf einige bauliche Besonderheiten. Zu ihnen gehören zwei gemauerte Viadukte bei Tönisstein und Oberzissen, verschiedene Kastenbrücken, sowie ein Tunnel von 97,00 m Länge bei Tönisstein. Zwischen Oberzissen und Engeln überwindet die Bahn eine Steilrampe mit einer Steigung von 1:20. Dieser Streckenabschnitt gehört zu den steilsten Adhäsionsstrecken mit 1000 mm Spurweite in Deutschland, und wird seit 1934 ohne Zahnstange betrieben.

Obenstehender Artikel mit herzlichem Dank aus www.wikipedia.de.

Seite einigen Jahren besitzt die Brohltal-Eisenbahn leider keine funktionsfähige Dampflok mehr. Deshalb ist man auf Gastlokomotiven an den seltenen Dampfbetriebstagen angewiesen. Im Juni 2007 war es wieder soweit! Eigentlich sollte eine Mallet-Lokomotive der HSB als Gastlok fahren. Eine Mallet ist eine der wenigen Dampfloktypen, die die Steilstrecke nach Engeln bewältigen können. Leider musste die HSB die Mallet-Lokomotive kurzfristig absagen. Hilfe bekam man von der Selfkantbahn, die kurzfristig ihre Borsig Lokomotive Nr.5 “Regenwalde” ins Brohltal schickte. So konnte ich am 02. Juni 2007 auf “Fotosafari” gehen und den Dampfbetrieb im Brohltal ablichten.

 

Der Dampfzug verlässt den Bahnhof in Brohl.

Auf dem Weg nach Burgbrohl auf landschaftlich wunderschöner Strecke.

Der Zug auf dem Tönissteiner Viadukt.

In Oberzissen wartet bereits die O&K Diesellokomotive “D2”.

Da die kleine Dampflokomotive die Steilstrecke bis Engeln nicht schafft, muss hier umgespannt werden.

Die Damplok “saust” alleine wieder ins Tal, hier bei der Ausfahrt aus dem Tunnel.

In Brohl geht´s erstmal zur Bekohlung.

Beim Bekohlen filft ein Schmalspur-Schienentraktor.

Hier wird einmal kräftig Dampf ausgestoßen.

Wasser gibt´s am Bahnhof Brohl.

Die eigene Mallet “11sm” steht im Lokschuppen und wartet seit einigen Jahren auf ihre Aufarbeitung.
Eine Spendenaktion läuft...

Triebwagen Fuchs “VT 30” auf dem Tönissteiner Viadukt.

Zu den “Normalspur-Schätzchen” gehört diese V200.

Blick über das untere Betriebsgelände.

Videos

Vom Gastspiel der Dampflok Nr. 5 im Brohltal habe ich drei kurze Videoclips gedreht. Aus Platzgründen liegen sie auf dem Server der öffentlichen Videobörse “youtube.de”. Wer also den originalen Dampflok-Sound hören und sehen möchte, der clickt bitte auf die folgenden Bilder (zürück geht´s dann mit dem “Zurück-Button” des Browsers):

Das erste Video zeigt die Lok mit einem kurzen Sonderzug beim Verlassen des Bahnhofs Brohl. Danach geht es hinauf nach Engeln, wo der Zug an eine Diesellok übergeben wird. Die Dampflok saust danach alleine wieder hinab ins Tal.
Bitte auf das Bild clicken!

Das zweite Video zeigt die Lok beim Wasserfassen und Kohle bunkern. Beim Bekohlen hilft standesgemäß ein Schmalspur-Schienentraktor der Brohltal-Eisenbahn
Bitte auf das Bild clicken!

Das dritte Video zeigt die Lok beim Rangieren im Bahnhof Brohl. Sie wird an einen schweren Zug angekuppelt und verlässt den Bahnhof. Dabei hilft hinten schiebend der Fuchs-Triebwagen VZ30 der Brohltalbahn.
Bitte auf das Bild clicken!

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