Dampflok

Diese kleine Lok ist wohl die bekannteste aus dem LGB Programm, da sie fast jeder Startpackung beiliegt. Sie war ausserdem die erste Lokomotive, mit der die Firma LGB im Jahre 1968 ihr Gartenbahn Programm startete. So ist es auch nicht verwunderlich, daß LGB diese Lok bis zu ihrem Ende 2007 in ihrem Wappen führte. Die Lokomotive hat ein echtes Vorbild, nämlich die Lok Nr. 2 der StLB (Steiermärkische Landesbahn) in Österreich mit dem Namen “STAINZ”. So erlangte die kleine Lok in aller Welt eine gewisse Berühmtheit. Unter den Gartenbahnern gibt es wohl keinen, der nicht einmal in seiner Modellbahnkarriere mindestens eine STAINZ besessen hat.

Historisches Foto der original STAINZ (um 1900)

Das Original ist eine von vier baugleichen Lokomotiven, die für die Steiermärkischen Landesbahnen (StLB) im Jahre 1892 von der Firma Krauss in Linz geliefert wurden. Noch zwei baugleiche Typen gingen an die Salzkammergut Lokalbahn (SKGLB). Die vier Lokomotiven der StLB wurden Nr. 1 “MERAN”, Nr. 2 “STAINZ”, Nr. 3 “GOBONITZ” und Nr. 4 “HEILIGENGEIST” genannt. Von den vier Lokomotiven überlebten zwei Stück, nämlich Nr. 3, die heute im Eisenbahnmuseum Ljubljana (Slowenien) steht und Nr. 2, die mehrfach umgebaut wurde und bis 2006 bei der “Murtalbahn” (Teil der StLB) in Betrieb war. Die Lok hat ein Länge von 5,5 Metern und einen Radstand von 1,6 Metern. Sie leistet 44 kW. Die Masse beträgt 11,6 Tonnen. Die Spurweite beträgt 760 mm.

Die STAINZ im Jahre 2006, mittlerweile mit Kobelschornstein und verlängerten Seitenkästen.
Foto unter free-licence aus www.wikipedia.de.

Meine Stainz zum direkten Vergleich.

Auf der Rügenschen Kleinbahn (RüKB), Spurweite 750mm, fuhr zeitweilig eine weitere der STAINZ sehr ähnlich sehende Lok mit der fiktiven Kennzeichnung 99 4603. Sie wurde aus diversen Teilen alter Lokomotiven aufgebaut und bekam schnell den Spitznamen “Rügen-Stainz”. Auch diese Lok gab es bei LGB als Modell, wobei man lediglich eine STAINZ umlackieren und mit neuen Kennzeichen versehen musste.

Kommen wir nun zu meinem Modell. Ich konnte eine gebrauchte Stainz für relativ wenig Geld erwerben. Eigentlich sollte sie als Basis für einen Umbau dienen, aber dann kam es ganz anders. Die Stainz wurde im Laufe der Jahre vielfach verbessert und verändert.  Meine (LGB-Nr. 2020) besitzt noch das “Halbschalen-Getriebe”, in Gartenbahn Kreisen wegen der Geräuschentwicklung auch “Heuler” genannt. Damit wurde sie auf jeden Fall vor 1972 gebaut, ist also ungefähr genauso alt wie ich. Optisch macht die Lok einen ziemlich “abgenudelten” Eindruck, läuft für ihr Alter allerdings noch ausgesprochen gut. Dank Haftreifen zieht sie wesentlich besser als meine ANNA, ja sie ist sogar eine meiner zugstärksten Loks. Daß eine Stainz ein Klassiker ist, erwähnte ich ja schon. So habe ich entgegengesetzt meiner sonstigen Überzeugung beschlossen die Lok im Originalzustand zu belassen. Sie wird nicht neu lackiert, sondern darf ihre Patina behalten. Da es die Firma LGB so wie ich sie kenne nicht mehr geben wird, spielen da auch nostalgische Gründe durchaus eine Rolle.

Bei meiner Stainz fehlten die vordere Kupplung, die Pfeife auf den Dach und die untere Hälfte rohrförmigen Teils auf der Vorderseite des Führerstands. Sämtliche Anbauteile waren lose, einige Teile wurden grob mit Pattex (die alte, gelbliche Sorte) verklebt oder mit einem heißen Gegenstand “verschweißt”. Aber sie läuft - und das gar nicht mal schlecht! Die Lok wurde komplett überarbeitet. Ich habe sie zerlegt und alle Teile gereinigt. Der Motorblock läuft so gut, daß ich ihn vorerst nicht geöffnet habe. Beim Zusammenbau wurden alle losen Teile befestigt und gesichert. Das Fehlstück an dem Teil vorne am Führerhaus habe ich durch ein Plastikrundstück aus der Grabbelkiste ersetzt und schwarz lackiert. Die fehlende Frontkupplung musste ich aus einer Universalkupplung zurechtfräsen, was mir auch ganz gut gelungen ist. Als krönenden Abschluß bekam die Lok dann ihre Pfeife wieder, die ich der Ex-Dampflok ANNA entnommen hatte.

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