Drachenfelsbahn

Die Drachenfelsbahn ist von mir aus gesehen die nächste Schmalspurbahn mit 1000 mm Spurweite. Als reine Zahnradbahn hat sie mit der Salzweisenbahn natürlich nicht viel gemeinsam! Trotzdem ist sie interessant genug, um sie hier vorzustellen.

Am 13.07.1883 wurde die Drachenfelsbahn als erste deutsche Zahnradbahn mit Publikumsverkehr eröffnet. Damals war sie eine technische Sensation. Sie benutzt das Zahnstangensystem Riggenbach, das leiterähnliche Zahnstangen verwendet. Die Strecke beginnt mitten in Königswinter am Rhein und führt nach 0,7 km zur Haltestelle Schloß Drachenburg, wo es auch eine Ausweiche gibt. Nach nur 1,5 km ist die Endstation am Gipfelrestaurant (einem 70er-Jahre Betonklotz der an Häßlichkeit kaum zu überbieten ist...) erreicht. Bis zur Burgruine gilt es dann noch einfache 30 Höhenmeter zu überwinden. Mit 20% Steigung ist die Drachenfelsbahn nicht besonders steil (die steilste Zahnradbahn der Welt ist mit 48% die Pilatusbahn in der Schweiz), jedoch ist die Strecke schön in die Landschaft des Siebengebirges integriert und die kurze Fahrt durch den Wald des Drachenfels ein Genuß.  Anfangs gab es einen reinen Dampfbetrieb, erst in den frühen 50ern wurde die Strecke elektrifiziert, jedoch fand zunächst ein Mischbetrieb statt. 1958 gab es einen schweren Unfall mit einer Dampflok, die durch verklemmte Zahnräder entgleiste und umkippte. Dabei wurde ein Wagen vollständig zerstört, 17 Menschen kamen ums Leben. Dieser Unfall führte zur Schließung der benachbarten Petersbergbahn und zum Ende der Dampfloks am Drachenfels. Fortan wurden nur noch die Elektrotriebwagen genutzt. 1998/99 wurden die Triebwagen in der Schweiz aufwändig restauriert. Dabei kamen hochmoderne Antriebssysteme zum Einsatz. Im Innern der Wagen sieht man davon nichts, da der 50er Jahre Charme der Triebwagen vollständig erhalten werden sollte. Dies ist auch sehr gut gelungen! Die alten Antriebsachsen sind übrigens im Gebäude der Talstation ausgestellt. In den Jahren 2004/5 wurde die Talstation komplett umgebaut und modernisiert. Interessant ist vor allem die gläserne Werkstatt. Die alte Dampflok Nr. 2, die als technisches Denkmal vor der Talstation steht wurde ebenfalls im Jahre 2005 restauriert (in Polen). Dabei wurden offensichtlich ein paar Teile falsch eingebaut und die Lackierung entspricht wohl auch nicht dem Originalzustand. Trotzdem ist sie ein hübscher Blickfang. Um den vollständig wiederaufgebauten Fahrstand nicht dem Vandalismus preiszugeben wurden leider sämtliche Fenster und Türen fest verschlossen.

Die Talstation mitten in Königswinter erstrahlt seit 2005 in neuem Glanz!

Dampflok Nr. 2 wurde 2005 komplett restauriert und steht nun als technisches Denkmal direkt an der Talstation.

Blick in die “gläserne Wekstatt”.

Eine der alten Antriebsachsen, die 1998/99 in der Schweiz gegen moderne Aggregate ausgetauscht wurden.

In der Talstation steht ein Elektrotriebwagen bereit.

Blick auf den allerersten Abschnitt der Strecke vom Tal aus.

Blick auf das Steuerpult mit 50er Jahre Charme.

Die neue Talstation vom Zug aus.

Die Ausweichstelle am Haltepunkt Schloß Drachenburg.

Wunderschöne Streckenführung durch den Wald.

Blick auf den mit 20% steilsten Streckenabschnitt kurz vor dem Gipfel.

An der Gipfelstation.

Die weltbekannte Burgruine.

Ausblick auf´s Rheintal.

Geht man zu Fuß wieder herunter, kann man immer wieder schöne Blicke auf die Strecke werfen.

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