Gleisbau

Als erste Maßnahme musste ein Einschnitt in einen Holzbalken gemacht werden, der den Gleisverlauf auf die Brücke störte. Der Schnitt ist mir nicht sonderlich gut gelungen, so Freihand mit der Stichsäge... :-) Aber hier gilt Funktion vor Ästhetik. Der Balken trägt übrigens kein Gewicht, sondern hat nur Zierfunktion.

Hier wird das linke Brückenlager gebaut. Es entsteht aus zurechtgesägten Holzplatten.

Danach wird es mit Holzschutzfarbe gestrichen und an seinem endgültigen Ort fest montiert.

Passt...!

Das gegenüberliegende Brückenlager wird ebenfalls in bewährter Holzplattenkonstruktion gebaut. Einige der Palisaden haben sich als sehr morsch erwiesen. Da muss ich mal schauen was die Zukunft so bringt... Bisweilen muss das Ganze erstmal halten!

Zunächst wird eine Behelfsbrücke, bestehend aus einem Holzbrett, eingefügt. Langfristig gesehen würde ich gerne eine schöne Gitterbrücke bauen. Bis dahin wird dieses Provisorium aber erstmal bleiben.

Auf die andere Seite der Palisaden kommt natürlich auch noch ein Anschluß, bestehend aus der gleichen Holzplattenkonstruktion.

So schaut dann die bisherige Gesamtstrecke aus.

Der Übergang über die Palisaden hat mir optisch nicht so recht gefallen. Deshalb habe ich noch ein Alublech zurechtgeschnitten und über die "Fuge" geschraubt. So gefällt mir das schon besser und zudem wird der leicht holprige Übergang geglättet.

Der anschließende Streckenverlauf führt über Bretter, die von unserem alten Sandkasten stammen. Ab hier beginnt die Aufständerung der Bahn. Rein zufällig habe ich dabei die Methode entdeckt unseren alten Baumschnitt vom Herbst zu benutzen. Das ist überraschend solide.

Die 90 Grad Kurve war nicht ganz unproblematisch, da dort eine Gefällstrecke beginnt.

Der Zweiwegebagger hilft bei der Schienenverlegung... ;-)

Überblick:

Anschließend folgt eine Doppelkurve um an die Grundstücksgrenze zu kommen.

In diesem Bereich führt die Strecke aufgeständert einfach geradeaus.

Knapp am Sandkasten vorbei.

Und über das Kräuterbeet hinweg.

Weiterführung der langen Geraden.

So werden die Bretter bei mir untereinander verbunden.

Ein Blick über die lange Gerade.

Das letzte Stück vor den Himbeerbüschen.

Die “alte” Streckenführung um die Himbeerbüsche herum hatte sich wegen ständiger Traktionsprobleme leider nicht bewährt, weshalb ich die Strecke ab diesem Abschnitt wieder abgebaut habe. Die Trasse ist im nächsten Bild noch gut  zu erkennen.

Anschließend wurden bis in die Dunkelheit hinein Himbeersträucher gerodet. Wir haben sowieso zu viele davon!

So sieht das Gelände dann gesäubert aus. Nun kann der Neubau des Streckenabschnitts beginnen.

Wegen der LGB-Insolvenz ist es momenatan ein wenig schwer an Original-Schienenmaterial zu kommen. Auf Anraten meines Modellbauhändlers habe ich mich entschlossen es bei den geraden Gleisstücken mit THIEL-Gleisen zu versuchen. THIEL Gleise sind kompatibel mit LGB-Gleisen. Sie verwenden das gleiche Messingprofil, aber unterschiedliche Schwellen. THIEL-Schwellen sind etwas anders geformt und haben einen etwas größeren Abstand zueinander. Ich habe gelesen, daß sie ziemlich genau dem Originalgleisen der Rhätischen Bahn entsprechen und damit vorbildgerechter sind als das LGB-Gleis. Nunja, das ist mir ziemlich einerlei. Wichtig ist, daß diese Gleise lieferbar, nicht zu teuer und kompatibel mit meinen bisherigen Gleisen sind.

Direkter Vergleich: Thiel Gleis (unten) und LGB-Gleis (oben).

Anschlußlasche des Thiel-Gleises.

Die LGB-Anschlußlasche ist ein wenig zu lang, so daß ein Spalt entsteht. Sie muss also gekürzt oder ausgetauscht werden.

Die Trasse wird nun in das gerodete Stück verlängert. In diesem Bild sieht man kaum, daß die Verlängerung leider ein deutliches Gefälle aufweist.

Die Traverse entsteht in einem Stück. Das Brett ist gut 2,50 Meter lang.

Auf der Traverse wurden ausschließlich Thiel-Gleise verlegt.

Für den anschließenden Knick auf die Holzterrasse muss das Brett etwas verbreitert werden. Danach wird die Kehrschleife auf der Holzterrasse verlegt.

Hier ein Blick auf die Traverse nach ihrer Fertigstellung..

Und hier die Kehrschleife. .

Die Kehrschleife habe ich mit einfachen Dioden vom Typ 1 N 5400 beschaltet, wie im Magazin “Gartenbahn profi” 4/2007 zu sehen. Damit ist die Durchfahrt in nur eine Richtung möglich, was mich aber nicht weiter stört. In der folgenden (leider etwas krummen) Skizze ist die Beschaltung zu sehen. Die roten Kästchen stellen dabei die Trennstellen dar. Die Dioden wurden mittels Kabel einfach in die Isolierverbinder gesteckt. Langfristig gesehen wird das sicher korrosionsbedingt zu Kontaktstörungen führen, weshalb ich mir noch eine andere Befestigung einfallen lassen muss. Die Kehrschleife funktioniert wunderbar.

Und nun noch ein Nachwort zum Gleisbau: so mancher wird sich fragen warum ich fast die gesamte Strecke auf Bretter aufgeständert habe. Zum ersten hat meine Bahn ja ein Schmalspur-Küstenbahn-Motto. An solchen Bahnen sind Pfahljochstrecken durchaus öfters anzutreffen. Der zweite, aber viel wichtigere Grund ist, daß mir der Garten nicht gehört, da wir zur Miete wohnen. Somit hat die spurenlose Wiederherstellung des Gartens oberste Priorität. Mit meiner, zugegebenermaßen nicht optimalen, Bauweise lässt sich die komplette Bahn innerhalb eines geringen Zeitraums komplett abbauen ohne wesentliche Schäden am Garten zu hinterlassen. Sollte ich jemals das Vergnügen haben einen eigenen Garten zu besitzen, würde ich den größten Teil meiner Anlage sicherlich auf festen und dauerhaften Untergrund verlegen. Das Küstenbahn Motto jedoch bleibt, weil da mein Herz dran hängt.

Der “Meister” bei der Arbeit: “warum funktioniert diese verd... Kehrschleife nicht...?!” :-)

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