Halligbahnen

Halligbahnen Dagebüll-Oland-Langeneß und Lüttmoorsiel-Nordstrandischmoor

Die Halligen vor der deutschen Nordseeküste erfüllen wichtige Funktionen u.A. im Küstenschutz. Um sie zu erhalten wurden sie schon um 1900 mittels eines Damms mit dem Festland verbunden. 1929 wurde der Damm zu den Halligen Oland und Langeneß befestigt und mit einem Schmalspurgleis Spurweite 900mm versehen, um die Wartung des Damms und die Uferbefestigungen der Halligen zu erleichtern. Somit dient die Bahn eigentlich vorrangig dem Küstenschutz und die Anlage gehört dem “Amt für ländliche Räume” (ALR). Jedoch wird eine private Nutzung des Gleises durch die Halligbewohner mittels sogenannter “Loren”, die eigentlich Motordraisinen sind, geduldet. Da der alte Damm mit dem entsprechenden Schienenstrang schon ein recht hohes Alter erreicht hat und zudem bei Flut meist überspült wird, baut das ALR derzeit einen völlig neuen. deutlich höheren Damm mit einem nagelneuen Gleis, das auf modernen Betonschwellen verlegt wird (Stand Sommer 2007). Der Bau-/Materialhof des ALR und der “Lorenbahnhof” der Halligbewohner befinden sich in Dagebüll und können problemlos besichtigt werden.

Der Lokschuppen auf dem Material-/Bauhof des ALR.

Ein Minibagger wartet auf seinen Transport zur Hallig - eine eher ungewöhnliche Ladung.

Weitere Bauwagen des ALR.

Eine ältere SCHÖMA Diesellokomotive des ALR.

Die Türen wurden wegen des rauhen Klimas nachträglich angebaut. Eine Modifikation, die bei Feldbahnloks nicht ungewöhnlich ist.

Der vordere Teil des Bauhofes dient den Halligbewohnern als “Lorenbahnhof”.

Hier macht sich gerade die Post-Lore auf den Weg zu den Halligen.

Vom Bauhof erklimmt das betagte 900mm Gleis den Deich. Hier ist eine weitere Privat-Motorlore zu sehen.

Auf der anderen Deichseite geht es entsprechend hinab und hinaus ins Watt.

Der alte und der neue Damm verlaufen parallel schnurgerade in Richtung Oland. Die neue Strecke wird deutlich höher, besser befestigt und auf modernen Betonschwellen verlaufen.

Etwa auf halber Strecke zwischen Dagebüll und Oland gibt es eine Ausweichmöglichkeit.

Ein kurzer Schotterzug auf einem Abstellgleis auf Oland.

Das Gleis führt direkt an der Warft vorbei.

Die Oländer haben keinen Lorenbahnhof und müssen ihre Loren deshalb bei Nichtgebrauch vom Gleis ziehen.

Von Oland aus geht es wieder über einen Damm Richtung Langeness. Auch dieser Damm wird durch einen Neubau ersetzt werden, wenn der Damm Dagebüll-Oland um 2010 fertig ist.

Blick auf den Endbahnhof auf Langeness. Eine Privatlore nährt sich.

Blick von der gleichen Stelle in Gegenrichtung. Auch hier ist wieder eine (diesmal geschlossene) Motorlore unterwegs.

Am Endbahnhof steht ein Bauzug des ALR.

Diese ältere SCHÖMA Diesellok wurde auf hydraulische Steuerung umgebaut.

Der Endbahnhof aus der anderen Blickrichtung.

Auf dem Festland macht sich ein weiterer Bauzug des ALR bereit. Diesmal mit der etwas moderneren gelben SCHÖMA Diesellok bespannt.

Eine weitere Halligbahn verbindet das Festland bei Lüttmoorsiel mit der Hallig Nordstrandischmoor. Die Spurweite beträgt hier 600mm und entspricht damit eher der klassischen Feldbahn. Ursprünglich startete diese Bahn von Cecilienkoog aus, aber 1985 wurde ein großes Stück Überschwemmungsgebiet zwecks Landgewinnung neu eingedeicht. Der Material-/Bauhof des ALR zog nach Lüttmoorsiel hinter den neuen Deich um und halbierte damit die benötigte Streckenlänge. In Lüttmoorsiel macht alles einen etwas gepflegteren Eindruck als in Dagebüll. Das mag einerseits daran liegen, daß die Anlagen noch nicht so alt sind, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, daß hier die Zügel beim ALR etwas straffer geführt werden. Der Betrieb von Privatloren wird auch hier geduldet, jedoch handelt es sich hier statt der wilden Phantasiekonstrukte in Dagebüll meist um Einheitsfahrzeuge. Auch der Gleiskörper ist in einem besseren Zustand, wobei ich auch hier glaube, daß er in den letzten Jahren ersetzt worden ist. Interessanterweise hat man beim Neubau ganz massives Normalspurgleisprofil benutzt, was der schmalen Spur ein etwas archaisches und kurioses Aussehen gibt.

Der Material-/Bauhof des ALR in Lüttmoorsiel mit Lokschuppen (grünes Gebäude).

Auch hier findet sich die klasische grüne SCHÖMA Feldbahndiesellok mit nachgerüsteten Türen.

Diese hier verfügt sogar noch über eine Handschaltung.

Gleich dahinter war eine weitere grüne SCHÖMA Lokomotive des ALR abgestellt.

Eine modernere gelb/rote SCHÖMA mit Schiebetüren macht das Trio komplett.

Auch hier gibt es ein buntes Sammelsurium an diversen Arbeitswaggons - hier zwei Mannschaftswagen.

Ein Zug klassischer Feldbahn-Kipploren.

Vom Bauhof führt das Gleis Richtung Deich.

Im Gegensatz zu Dagebüll, wo man den Deich in einem Stück überfahren kann, muss man hier zurückstoßen.

Auf der Seeseite gibt es ein Ausweichgleis.

Und ab geht´s Richtung Nordstrandischmoor.

Videos

Vom den Halligbahnen habe ich zwei kurze Videoclips gedreht. Aus Platzgründen liegen sie auf dem Server der öffentlichen Videobörse “youtube.de”. Wer also den originalen Feldbahn-Sound hören und sehen möchte, der clickt bitte auf die folgenden Bilder (zürück geht´s dann mit dem “Zurück-Button” des Browsers):

Das erste Video zeigt einen Bauzug des ALR beim vorsichtigen Rangieren auf dem Endbahnhof Langeness.
Bitte auf das Bild clicken!

Auf dem zweiten Video sieht man eine private Motorlore unterwegs auf dem Gleis unmittelbar vor dem Deich in Dagebüll.
 Bitte auf das Bild clicken!

ZURÜCK