Liebherr Zweiwegebagger

Als langjähriger Modellbauer habe ich natürlich besonderen Spaß daran, mir nicht-alltägliche Fahrzeuge für meine Gartenbahn auszudenken, die man nicht in jedem Laden kaufen kann. Interessante Ausstattungsdetails einer Modellbahn sind natürlich immer Gleisbaufahrzeuge. Nicht weit von meinem Wohnort entfernt gibt es eine Aussenstelle der Firma "Kölngleis", wo man sich solche Gleisbaufahrzeuge sehr gut in natura anschauen kann. Ein sehr wichtiges und leicht nachzubauendes Gerät ist ein sogenannter "Zweiwegebagger". Zweiwege deshalb, weil er sowohl auf der Straße, als auch auf dem Gleis fahren kann. Dafür besitzt er ein hydraulisch absenkbares Schienenfahrgestell.

Ein typischer Zweiwegebagger. (aus www.wikipedia.de)

Als erstes benötigte ich als Basis einen Mobilbagger. Die Auswahl ist nicht besonders groß, im passenden Maßstab schon gar nicht! Ein Modell von Bruder wäre in Betracht gekommen, aber diese Modelle sind eigentlich zu groß und zu mager detailliert. Von Revell gibt es aus der EasyKit Reihe drei Baufahrzeuge von Liebherr im Maßstab 1:32. Darunter auch einen Mobilbagger, den Liebherr A 900 Litronic. Dieser sieht recht gut aus. Im Maßstab passt er eigentlich nur zur Regelspur. Allerdings gibt es diese Mobilbagger in allen möglichen Größen! Da der 900er ein recht großer Mobilbagger ist kann man damit, wenn man ein Auge zudrückt, im G-Maßstab durchaus einen kleineren Zweiwegebagger darstellen. Daß Kabine und Sitz dann etwas klein geraten sind muss man halt einfach mal hinnehmen. Das Revell Modell ist voll beweglich und wird ohne Klebstoff einfach zusammengesteckt, was auch für einen Ungeübten oder gar nicht-Modellbauer kein Problem darstellt. Der Bagger ist komplett vorlackiert und bedruckt.

Das Revell-Modell im montierten Urzustand.

Der Umbau zum Mobilbagger ist dann schon etwas komplizierter, aber für einen versierten Modellbauer kein Problem. Hier zeige ich meine Variante. Für das Schienenfahrgestell habe ich zuerst das Räumschild entfernt. Unter die bereits vorhandenen Hydraulikarme habe ich mitt 2K-Kleber ein Messingröhrchen von 42mm Länge geklebt. Auf der anderen Seite habe ich die Hydraulikarme aus Teilen aus der Restekiste gemacht. Auch hier wurde dann ein Messingröhrchen festgeklebt.

Um die Schienenräder herzustellen habe ich zuerst von einem im Durchmesser passenden Plastikrohr vier Ringe abgesägt.

Auf nicht zu dicker Pappe wurden dann vier Scheiben mit dem Innendurchmesser der Ringe aufgezeichnet und ausgeschnitten.

Die Scheiben wurden dann in die Ringe geklebt.

Die Spurkränze fertigte ich ebenfalls aus Pappe. So schaut ein vormontiertes Rad dann aus. Die Pappe wurde bei der Endmontage noch reichlich mit Sekundenkleber getränkt. So wird sie steinhart und enorm stabil. Ausserdem lässt sie sich dann prima mit Sandpapier schleifen.

Hier wurde das Fahrgestell bereits in seidenmatt-schwarz lackiert.

Als Achsen benutze ich ordinäre Schaschlikspieße aus Holz. So sieht dann der fertige Zweiwegebagger aus. Das Schienenfahrgestell ist natürlich nicht hochfahr- / absenkbar und so kann man den Bagger nur auf einem Gleis aufgesetzt zeigen.

Ein nettes kleines Spaßmodell für zwischendurch, das sicher nicht jeder hat!

Die Achsen sind natürlich drehbar, aber nicht besondes gut. Da der Bagger aber eh keinen Antrieb hat, würde man ihn eher als statisches Element auf der Anlage plazieren.

ZURÜCK